Beschreibung
Zusammen mit dem Architekturbüro Mariacher und Partner Graz wurde nachstehender Wettbewerbsbeitrag erstellt.
Der Griesplatz wird als klimafitter Stadtteppich entwickelt -ein offener urbaner Markt- und Kulturplatz, der die soziale und kulturelle Vielfalt des Griesviertels räumlich sichtbar macht. Als südliches Eingangstor zur Grazer Altstadt entsteht ein multifunktionaler Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität, der Alltag, Markt und Veranstaltungen gleichermaßen aufnehmen kann. Durch differenzierte Aufenthaltsräume, großzügige Baumstrukturen und multifunktionale Platzflächen entsteht ein urbaner Treffpunkt für Bewohnerinnen und Bewohner, Besucherinnen und Besucher sowie lokale Nutzungen. Der Platz wird zu einem Ort des Austauschs, der Bewegung und des kulturellen Lebens – milieu-, generationen- und geschlechterübergreifend. Ein klar strukturiertes Freiraumkonzept, robuste Materialien und ein prägnantes Gestaltungselement – der Stadtteppich – verleihen dem Griesplatz einen eigenständigen Charakter und hohen Wiedererkennungswert.
STADTRÄUMLICHE UND HISTORISCHE BEZÜGE
Der nördliche Teil des Griesplatzes ist Teil des historischen Altstadtgefüges und besitzt eine vielschichtige Geschichte sowie eine eigene urbane Atmosphäre. Wichtige Sichtbeziehungen zum Schlossberg und zur Welschen Kirche bleiben erhalten und werden räumlich inszeniert.
Der Bereich um die Pestsäule bildet den Übergang zur historischen Altstadt nördlich der Brückenkopfgasse. Durch Freistellung und leichte Verschiebung in Richtung Platzmitte wird ihre räumliche Präsenz gestärkt. Der südliche Teil des Platzes ist geprägt von der kulturellen Vielfalt des Griesviertels. Diese Offenheit wird gestalterisch aufgegriffen und in eine zeitgemäße Platzgestaltung übersetzt. Der Stadtteppich bildet dabei das verbindende Gestaltungselement. Unterschiedlich gefärbte Pflasterflächen strukturieren den Raum und definieren unterschiedliche Nutzungsbereiche. Bestehende Materialien werden weitgehend rückgebaut und wiederverwendet, wodurch Ressourcen geschont und die Geschichte des Ortes sichtbar bleibt.
Großzügige, verkehrsarme Platzflächen ermöglichen flexible Nutzungen – insbesondere für Wochenmärkte, Veranstaltungen und nachbarschaftliche Aktivitäten.
RÄUMLICHE GLIEDERUNG DES GRIESPLATZES
Der neue Griesplatz gliedert sich in mehrere charakteristische Teilräume mit unterschied-lichen Atmosphären und Nutzungen. Historischer Platzbereich im Norden. Der nördliche Platzbereich zur Griesgasse bewahrt den Charakter des historischen Stadtraums. Eine straßenbegleitende Baumreihe fasst den Raum und schafft einen grünen Filter zur Fahrbahn. Gastgärten, Sitzmöbel und ein bodenebenes Wasserspiel beleben den Platz und laden zum Verweilen ein.
Markt- und Kulturplatz
Der ehemalige Busparkplatz wird zum zentralen Treffpunkt des Quartiers. Spiel- und Bewegungsangebote, Wasserspiele sowie großzügige Sitzstufen aktivieren den Raum und schaffen Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Altersgruppen. Der leicht erhöhte Kulturplatz nutzt den vorhandenen Höhensprung des Geländes und bildet eine offene Bühne für Veranstaltungen, Märkte und spontane Begegnungen. Der angrenzende Marktplatz bleibt weitgehend unversiegelt und ermöglicht flexible Nutzungen für Wochen- und saisonale Märkte. Kioske, Marktbüro und öffentliche Toilette bilden gemeinsam mit dem bestehenden Trafohaus kleine bauliche Ankerpunkte im Platzraum.
Boulevard entlang der Westseite. Entlang der westlichen Häuserfront entsteht ein großzügiger Fußgängerboulevard. Eine lockere Baumreihe schafft räumliche Struktur und verbindet Gastronomie, Geschäfte und Aufenthaltsbereiche. Flexible Sitzmöbel und eine differenzierte Beleuchtung erhöhen die Aufenthaltsqualität.
Details
- Kunde: Stadt Graz